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Motivierende Gesprächsführung

Die therapeutische Grundhaltung vor allem auf der Suchtstation entspricht der "Motivierenden Gesprächsführung". Diese Grundhaltung ist vor allem geeignet, wenn es darum geht, Patienten mit Autonomieproblemen oder Therapiewiderständen offener oder versteckter Art zu einer aktiven und selbstbestimmten Motivation und Therapie zu führen. Sie bewährt sich insbesondere in der Behandlung von Menschen mit Abhängigkeiten, beispielsweise von Alkohol und Medikamenten.

„Motivierende Gesprächsführung“ steht für eine gleichzeitig direktive und patientenzentrierte Form der Psychotherapie. Die Grundhaltung fordert partnerschaftliches Ergründen der Situation („wie hat es sich entwickelt“) statt autoritärem Überreden, sie fordert Heraushören seiner Motivation statt Überzeugen oder Ermahnen. Der Patient wird in seinem Erleben und Verhalten gewürdigt um seine Autonomie zu stärken, die Veränderungsmotivation des Patienten wird ergründet, auch wenn sie für den Patienten nur schwer erkennbar ist und die Verantwortung für die Therapie bleibt in spürbarer Weise beim Patienten

Therapieprinzipien sind Einfühlen in die Situation des Patienten (Empathie) – ohne seinem Verhalten blind zuzustimmen, gemeinsames Entwickeln der Diskrepanzen zwischen Wünschen und Verhalten sowie die positive Verarbeitung von Widerstand statt negativer Bewertungen oder Schuldzuweisungen.

Mittels offener Fragen und aktivem, reflektierenden Zuhören wird dem Betroffenen das Gefühl von Interesse und Verständnis vermittelt und er bekommt die Freiheit, eigene Veränderungsmöglichkeiten zu entwickeln. Diese wertfreie Betrachtung ermöglicht es dem Patienten, Vorteile wie auch Nachteile des momentanen Verhaltens zu betrachten.

Aus den Diskrepanzen seiner aktuellen Situation und seiner Ziele kann der Patient eine eigenständige Veränderungsmotivation entwickeln, Selbstwirksamkeit entwickeln und seine Stärken, Fähigkeiten sowie bereits gelungene Veränderungen einbringen.

Diese Therapiemethode bzw. therapeutische Haltung ist von besonderer Bedeutung auf der Station zur Behandlung von Suchtkrankheiten.